Rauchwarnmelder sind Lebensretter

In Deutschland sterben jährlich ca. 400 Menschen durch einen Brand zu Hause. Die wenigsten davon (unter 10%) aber sterben direkt durch das Feuer, denn der giftige Brandrauch ist die Haupttodesursache. Bricht bei Ihnen zu Hause ein Feuer aus und Sie bekommen das nicht mit, weil Sie zum Beispiel gerade schlafen, werden Sie ziemlich schnell durch das im Brandrauch enthaltene Kohlenmonoxid bewusstlos und kurz darauf tritt auch der Tod ein. Und um das zu verhindern gibt es die Rauchwarnmelder.

Die Rauchwarnmelder löschen also keinen Brand und alarmieren auch nicht die Feuerwehr! Sie haben einzig und allein die Aufgabe, die Bewohner des Hauses auf den Rauch bzw. einen Brand aufmerksam zu machen.


Funktionsweise

Im inneren des Melders blinkt regelmäßig ein Licht, dass auf einen Reflektor strahlt. Ist dieser Strahl (z. B. durch Brandrauch) unterbrochen, ertönt ein lautes (85 dBA) Piepen, das die im Haus befindlichen Leute warnt. Wird die Batterie schwach, gibt der Rauchwarnmelder ebenfalls einen Ton ab, der sich vom Alarmton aber deutlich unterscheidet.

Es gibt auch Melder, die auf Wärme reagieren. Diese sind in Bereichen anzubringen, in denen auch im Normalfall Rauch oder Dampf entsteht (z. B. Bad oder Küche) um keine Fehlalarme auszulösen.

Rauchwarnmelder und Rauchmelder

Nicht zu verwechseln ist der Rauchwarnmelder mit dem Rauchmelder, der an automatische Brandmeldeanlagen angeschlossen ist. In größeren Betrieben, öffentlichen Gebäuden, Hotels oder Versammlungsstätten ist meistens eine Brandmeldeanlage vorgeschrieben. Diese Anlagen haben den Zweck einen Brand in einem Gebäudekomplex frühzeitig zu erkennen und lösen dann automatisch einen Räumungsalarm aus und alarmieren zugleich die Feuerwehr. Hier wird also durch den Rauchmelder die Feuerwehr alarmiert. Das ist aber nur in Verbindung mit einer Brandmeldeanlage möglich. Der Rauchwarnmelder in der privaten Wohnung gibt nur Alarm um die Bewohner zu warnen. Hier muss die Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 verständigt werden!

Rauchwarnmelderpflicht

Inzwischen ist es in ganz Deutschland Pflicht, Wohnungen mit Rauchwarnmeldern auszustatten. Und zwar nicht nur mehr in Neubauten, sondern auch bestehende Wohnungen sind nachzurüsten. Dafür zu sorgen, dass ein Rauchwarnmelder vorhanden ist und auch funktioniert, hat der Besitzer (z. B. Mieter) der Wohnung oder des Hauses. Es kann aber auch Ausnahmen geben, dass der Eigentümer diese Verantwortung selbst übernimmt. Hier sprechen Sie am besten mit Ihrem Vermieter.

Wo bringe ich einen Rauchwarnmelder an?

In welchen Räumen sollte überhaupt ein Rauchwarnmelder hängen? Es gibt einen Mindestschutz, der laut Bayerischer Bauordnung (BayBO, Art. 46(4)) besagt, dass in Wohnungen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, mindestens ein Rauchwarnmelder hängen muss. Der Sinn davon ist, dass alle Räume, in denen man schläft und die Fluchtwege durch Melder überwacht werden. Über diesen Mindestschutz hinaus kann man auch noch in weiteren Räumen wie zum Beispiel im Dachboden, im Keller oder in Räumen, in denen es wahrscheinlicher ist, dass ein Brand ausbricht, einen Rauchwarnmelder installieren. Da der Rauchwarnmelder nur einen Alarmton abgibt, kann es hier sinnvoll sein, sich Rauchwarnmelder zuzulegen, die untereinander vernetzt sind. Wie groß man diesen zusätzlichen Schutz betreibt, ist jedem selbst überlassen, wie viel Geld man ausgeben will und wie sehr einem sein eigenes Hab und Gut Wert ist. Für das eigene Leben ist der Mindestschutz ausreichend. Hier lassen Sie sich am besten bei ihrem Brandschutz-Fachgeschäft beraten.

Des weiteren ist zu beachten, dass die Rauchwarnmelder in den Räumen richtig an der Decke angebracht werden. Dass sie an der Decke angebracht werden ist wichtig, da der heiße Brandrauch immer nach oben steigt. Dann am besten in der Raummitte und ca. 50cm von Wänden und Enrichtungsgegenständen (Schränke, Lampen, Lüftungen, ...) entfernt. Außerdem muss der Melder mindesten 50cm von der Dachspitze und Waagrecht montiert werden. Wie genau der Rauchwarnmelder an der Decke angebracht wird, entnehmen Sie bitte der Montageanleitung.

Wartung und Beschaffung

Zu kaufen gibt es Rauchwarnmelder in vielen Variationen und Preisklassen in Baumärkten und im Brandschutz-Fachhandel. Wichtig ist hier, dass die Rauchwarnmelder ein CE-Kennzeichen mit Hinweis nach DIN EN 14604 und eine VdS-Zertifizierung haben.

Wie die Melder zu prüfen sind, steht in den Herstellerangaben. Jedoch sollten sie einmal pro Jahr über die Prüftaste auf dem Gerät auf einwandfreie Funktion getestet werden.

Jetzt habe ich einen Rauchwarnmelder installiert, jetzt kann mir nichts mehr passieren!

Das stimmt so leider nicht. Wenn Sie ihre Rauchwarnmelder richtig installiert haben, werden Sie in Zukunft nur vor dem giftigen Rauch gewarnt. Sodass Sie Ihre Wohnung noch rechtzeitig verlassen können und ggf. bei einem Entstehungsbrand noch selbst löschen können und somit einen größeren Schaden verhindern.

Wie Sie den Feuerlöscher bei Entstehungsbränden richtig einsetzen, erfahren Sie hier.

Wie Sie einen Notruf absetzen erfahren Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema Rauchmelder finden Sie auch auf den Websites des bayerischen Innenministeriums und verschiedener Versicherungen.