Ein Feuerlöscher in den eigenen vier Wänden

Vorgeschrieben sind Feuerlöscher für Privathaushalte heute nicht mehr. Lediglich bei Gasanlagen oder durch alte Auflagen können teilweise noch Feuerlöscher vorzuhalten sein. Zu Hause einen Feuerlöscher oder ein Feuerlöschspray zu besitzen ist trotzdem sehr sinnvoll. Denn wird ein Entstehungsbrand entdeckt, kann er mit einem Feuerlöscher wirksam und schnell bekämpft werden, sodass ein großer Schaden verhindert werden kann. Dazu sollte man allerdings einige Dinge beachten. Alle Infos dazu gibt es in diesem Artikel:

Der richtige Feuerlöscher

Es gibt verschiedene Bauarten von Feuerlöschern, verschiedene Größen und unterschiedliche Löschmittel für die jeweiligen Brandklassen.

Beginnen wir mit der Bauart: Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Feuerlöschern. Den Aufladelöscher, bei dem sich ein extra Treibgasbehälter separat im Feuerlöscher befinden, der erst bei Auslösung aktiviert wird und dann auch erst den Löschmitteltank unter Druck setzt. Der Aufladelöscher ist somit durch seine Bauweise einfacher zu Warten aber auch etwas teurer. Dann gibt es noch den Dauerdrucklöscher, der wie der Name schon sagt, ständig unter Druck steht. Hier sind Löschmittel und Treibgas dauerhaft miteinander vereint. Meist besitzen Dauerdrucklöscher auch ein kleines Mannometer, an dem man den Druck ablesen kann. Diese Art von Löscher ist wartungsintensiver aber dafür auch etwas billger.

Feuerlöscher gibt es vom handlichen 1kg Löscher bis zum fahrbaren Löschwagen mit Mengen bis 50kg oder Liter Löschmittel. Entscheidend ist je nach Menge natürlich die Löschdauer. Mit einem 6kg Pulver Löscher kann man ca. 10 Sekunden lang löschen. Das ist für einen kleinen Entstehungsbrand ausreichend, wenn man gezielt löscht. Je größer der Feuerlöscher ist, desto schwerer und unhandlicher wird er.

Das wichtigste was man beachten muss, wenn man sich einen Feuerlöscher zulegt, ist das richtige Löschmittel. Es gibt fünf Brandklassen in denen die brennbaren Stoffe eingeteilt sind. In der folgenden Tabelle können Sie sehen, welche Löschmittel für welche Stoffe geeignet sind.

Das klassische Beispiel hierfür ist der Fettbrand: Gerät Fett oder Speiseöl beim Kochen in Brand, ist es extrem heiß. Würde man Wasser in das heiße brennende Fett schütten, zersetzt es sich in seine Bestandteile und es kommt zur sogenannten Fettexplosion, die die ganze Küche in Brand setzen kann und schwere Brandverletzungen verursachen kann. Deshalb gibt es für die Brandklasse F spezielle Fettbrandlöscher, die ein spezielles Löschmittel haben. Einfacher kann man einen Fettbrand aber mit einer Löschdecke oder am besten, den passenden Deckel ersticken. Danach sollten Sie aber das heiße Fett eine Zeit lang abkühlen lassen, denn wenn Sie es verschütten, kann es immer noch schwere Brandverletzungen verursachen.

Um Metallbrände zu löschen, gibt es eigene Metallbrandpulver. Metallbrände kommen im privaten Bereich allerdings eher selten vor und man kann sie auch mit Sand löschen.

Somit bleiben noch die drei Brandklassen A, B und C übrig. Wenn man nun die obige Tabelle studiert findet man das Löschmittel ABC-Pulver genau bei diesen drei Brandklassen und kann vermuten, das ist das mittel der Wahl, hier habe ich mit einem Löscher alles abgedeckt. Das ist theoretisch auch richtig. Mit dem ABC-Löscher können Sie feste, flüssige und gasförmige Stoffe löschen und das funktioniert auch sehr gut, da dieses Löschpulver die Flammenbildung sofort unterbindet. Das Problem daran ist, dass das Pulver extrem fein ist und sich sofort mit einer Staubwolke überall verteilt. Für geschlossene Räume ist das also nicht sehr Vorteilhaft, da der Schaden des löschens um einiges höher ist, als der wirkliche Brandschaden. Im Außenbereich und in Werkstätten kann aber auch ein ABC-Pulverlöscher sinnvoll sein, da er auch in der kälte gelagert werden kann.

Befassen wir uns kurz mit der Brandklasse C für Gase. Tritt aus einer Leitung Gas aus, das sich bereits entzündet hat, soll man es nicht direkt löschen, sondern alles rundrum, dass das Gas entzündet. Denn brennendes Gas kann nicht mehr explodieren, Wird das Gas zum Beispiel mit Pulver gelöscht und es tritt noch weiter aus, besteht sofort wieder Explosionsgefahr. Deshalb ist es hier ratsam, die Gaszufuhr zu stoppen, indem der Hahn zugedreht wird. Diese Art des Löschens nennt man entfernen der Brandlast.

Für den Wohnbereich empfielt sich also ein Schaumlöscher, der die Brandklassen A und B abdeckt. In der Regel decken diese beiden Brandklassen alles im häuslichen Bereich ab und das Löschmittel Schaum ist auch nur da, wo man es hinspritzt. Somit kann man hier gezielt und ohne viel größeren Schaden das Feuer löschen. Ein Fettbrandlöscher ist in der Regel ein Schaumlöscher mit den Brandklassen A, B und F quasi die eierlegende Wollmilchsau. Das merkt man allerdings auch am Preis. Hier lässt man sich am besten in einem Brandschutz-Fachgeschäft beraten. In solchen Geschäften sowie in Baumärkten kann man auch Feuerlöscher kaufen.

Regelmäßige Überprüfung

Feuerlöscher, die vorgeschrieben sind, wie zum Beispiel in Firmen und öffentlichen Einrichtungen, müssen alle 2 Jahre durch Sachkunde gewartet werden. Deshalb werden hier meistens auch Aufladelöscher verwendet, da diese einfacher zu warten sind. Feuerlöscher die freiwillig Beschaft wurden, zum Beispiel im privat Bereich, müssen nicht, sollten auch auch regelmäßig überprüft werden, damit sie auch funktionsfähig sind. Diese Überprüfung sowie das Befüllen eines gebrauchten Feuerlöschers macht nicht die Feuerwehr! Wenden Sie sich hierzu bitte an ein Brandschutz-Fachgeschäft.

Wie lösche ich richtig?

Bekämpfen Sie einen Brand bitte nur, wenn Sie sich selbst nicht gefährden. Ist eine Eigengefährdung nicht ausgeschlossen, begeben Sie sich umgehend in Sicherheit und rufen Sie die Feuerwehr mit der Nummer 112!

Auf jedem Feuerlöscher ist auch abgedruckt, wie er zu bedienen ist und welches und wie viel Löschmittel er beinhaltet. Schauen Sie sich die Bedienung der Feuerlöscher, an denen Sie täglich zum Beispiel zu Hause oder auch am Arbeitsplatz vorbeigehen, immer wieder bei Gelegenheit an und nicht erst wenn es brennt, denn dann ist keine Zeit mehr.

Wie der Feuerlöscher richtig eingesetzt wird, sehen sie auf folgendem Bild.

Rufen Sie auch nach erfolgreichem Löschversuch die Feuerwehr. Ein Feuer kann sich auch nach kurzer Zeit wieder entzünden, wenn es nicht genug abgekühlt wurde!