Aktionstag der FF Kühbach 2011
Eine Übung der besonderen Art erlebten am vergangenen Samstag 28 Aktive der Kühbacher Feuerwehr. Zum ersten mal wurde in Kühbach ein Aktionstag im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche veranstaltet. Hierbei waren ab 13:00 Uhr insgesamt vier verschiedene, realistisch vorbereitete Einsätze innerhalb von fünf Stunden zu bearbeiten.
Nach der Einteilung der Gruppen und einer kurzen Einweisung der Beteiligten ging um 13:30 Uhr die erste Alarmmeldung ein: „Person unter Baum – in einem Waldabschnitt in der Scharnitz!“. Die dem Hilfeleistungslöschfahrzeug zugeteilte Mannschaft machte sich umgehend auf den Weg dorthin. Kaum war diese ausgerückt, ging ein weiterer Anruf ein: „Bewusstlose Person in Schacht in der Windener Straße!“ – Alarm für die zweite, im Feuerwehrhaus verbliebene Gruppe.
Den beiden Rettungsmannschaften boten sich folgende Bilder:
Eingeklemmte Personen
Am Unglücksort in der Scharnitz waren Spaziergänger – die beiden Vorständer der Feuerwehr – auf einen Waldarbeiter gestoßen, der schwer verletzt unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt war. Der Verletzte – ein Mitglied der Jugendfeuerwehr – wurde von feuerwehreigenen Sanitätern behandelt und stabilisiert, während die verbleibenden Kräfte den Einsatz von Hebekissen vorbereiteten, um den Betroffenen schonend unter dem Baum herausziehen zu können. Doch damit nicht genug: Während der Erkundung der Einsatzstelle entdeckte der Gruppenführer am anderen Ende des Baumes einen weiteren Waldarbeiter, der von dem Baum getroffen worden war. Auch dieser musste aufgrund seiner schweren Verletzungen durch den Sanitäter parallel zu der eingeklemmten Person versorgt werden.
Bergung bewusstlose Person aus Schacht
Die zweite Gruppe fand nach erster Erkundung in einem Schacht zur Wasserverteilung in der Windener Straße einen bewusstlosen Mitarbeiter des Wasserversorgers vor. Dargestellt wurde dieser von einer Übungspuppe aus Holz. Zur Rettung der Puppe wurde von der Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs eine Hebevorrichtung aus zwei Leiterteilen erstellt, über welches die Puppe mittels Leinen aus dem drei Meter tiefen Schacht an die Oberfläche befördert werden konnte.
Diese beiden Einsätze wurden jeweils nur von einer Gruppe – 9 Mann – abgearbeitet, da sich solche Arbeitsunfälle vermehrt tagsüber ereignen, wenn nicht auf Anhieb ausreichend viele Rettungskräfte der Feuerwehr verfügbar sind. Dass die Teilnehmer der Übung jedoch alle Einsatzsituationen durchüben konnten, wurden am Feuerwehrhaus die Fahrzeuge gewechselt und beide Einsatzstellen nochmals angefahren – Natürlich ohne zwischenzeitliche Absprache der Gruppenführer und der Mannschaft.
Verkehrsunfall
Nach einer kurzen gemeinsamen Pause und einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen ertönte wieder das Telefon im Feuerwehrhaus. „Alarm für Florian Kühbach 40/1: Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen in der Paarer Straße“ hieß die Einsatzmeldung für die Besatzung des Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF).
An der Einmündung der Dieselstraße in die Paarer Straße war ein mit drei Handwerkern besetzter VW Golf von der Fahrbahn abgekommen und in wackeliger Lage im Straßengraben liegen geblieben. Im Fahrzeug befanden sich drei verletzte, teilweise ansprechbare, teilweise bewusstlose Personen (die Verletztendarsteller der Jugend und eine Übungspuppe). Der Golf wurde zuerst mit einem Abstützsystem stabilisiert, um die Verletzten schonend aus dem PKW befreien zu können. Bei der weiteren Erkundung des Gruppenführers stellte dieser im Kofferraum eine stark erhitzte Propangasflasche fest, worauf er umgehend Alarm für die restliche Wachmannschaft auslöste, da die bereits anwesenden Helfer mit der Rettung und Betreuung der Verletzten beschäftigt war. Die nach kurzer Zeit eingetroffene zweite Gruppe hatte die Aufgabe, die Gasflasche aus dem Auto zu bergen und zu kühlen. Hierzu wurde in einigem Abstand von der Unfallstelle ein Faltbehälter aufgebaut, in dem die Gasflasche gekühlt und beaufsichtigt wurde. Die Besatzung des Mehrzweckfahrzeuges hatte die Aufgabe, eine geeignete Verkehrsregelung aufzubauen.
Gasexplosion
Auch zum Abschluss des Übungstages ging es noch einmal heiß her. Gegen 17:30 Uhr wurde eine Gasexplosion in der Gartenstraße gemeldet, bei der ein komplettes Wohnhaus eingestürzt war. - Das vor kurzem abgerissene Haus bot sich perfekt als Übungsobjekt an. - Der komplette Löschzug rückte in Richtung Gartenstraße aus. Dort angekommen hing noch eine Staubwolke über den Trümmern, eine Person war darunter verschüttet und musste umgehend aus den Ziegel- und Betonbrocken befreit werden. Im noch intakten Keller war nach der Explosion ein Feuer ausgebrochen. Ein Trupp unter schwerem Atemschutz, auch ausgerüstet mit Gasmessgerät und Wärmebildkamera, ging zur Brandbekämpfung vor. Der Brand war nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht und der noch bestehende Rest des Gebäudes wurde mittels Überdrucklüfter entraucht.
Bei einer anschließenden Nachbesprechung im Feuerwehrhaus wurden noch einmal die Gefahren und Tücken der über den Nachmittag abgearbeiteten Einsätze vertieft. Auch Bürgermeister Hans Lotterschmid, der zum Abschluss des Übungstages vor Ort war, bedankte sich bei den Teilnehmern für ihren freiwilligen Einsatz und fand auch lobende Worte für die Organisation eines solchen Tages und die Zeit, die hierbei geopfert wurde, um sich Fortzubilden, um anderen Menschen zu helfen.
Die Feuerwehr Kühbach bedankt sich bei allen, die zum Gelingen des Aktionstages beigetragen haben.
Impressionen
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